Geflammter Kardinal

geflammter kardinal Geflammter Kardinal, Familie der Rambure ist eine alte deutsche Sorte, deren Ursprung nicht bekannt ist, einer der bekanntesten Äpfel. Wie weit er schon vor mehr als hundert Jahren verbreitet war, beweist, dass ihn schon Diel unter sechs Namen beschrieb, das heißt sechs Sorten darunter vermutete. Dieser Apfel soll richtig „Geflammter weißer Kardinal“ heißen, da es auch einen Geflammten roten Kardinal gibt, der bei uns gar nicht selten ist. Er heißt auch Pleissener Rambur, Bischofsmütze, Tortenapfel und auf dem Wiener Markt Strudelapfel und wir auch manchmal mit den Gravensteiner verwechselt, dessen Geruch ihm aber fehlt.

Beschreibung: Kaum ein andrer Apfel ist so verschieden in der Form, die Rundung ist durch starke Kanten, die den Apfel oft dreieckig machen, meist stark verschoben, sonst ist die Frucht mittelgroß bis groß und der Breitendurchmesser stets größer als der Höhendurchmesser, die Hälften sind stark ungleich. Kelch offen oder halboffen, auch geschlossen, Blättchen grün, wollig, breit, aufrecht, Kelcheinsenkung nicht tief, weit, mit flachen Rippen, die sich über die ganze Frucht hinziehen. Stiel kurz, dick, selten herausragend, Stielhöhle nicht tief, weit, stark faltig, strahlig berostet. Schale fein, glatt, wenig fettig, lagerreif schön gelb und auf der Sonnenseite rötlich geflammt und punktiert. Punkte und Rostfiguren wenig bemerklich. Fleisch grüngelblichweiß, locker, saftig, erfrischend weinsäuerlich, ohne Gewürz. Kernhaus hohlachsig, Fächer sehr geräumig, weit offen und zerrissen, braune, oft unvollkommene Samen enthaltend.

Reifezeit: Kann bereits im September gepflückt und zu Markt gebracht werden, zu welcher Zeit er als Küchenapfel gern gekauft wird. Sonst wird er Ende Oktober genießbar und hält bei guter Lagerung bis März. Auch für den Eigenbedarf sehr geschätzt.

Befruchtungsverhältnisse: Schlechter Pollenbildner. Befruchtungspartner: Apfel aus Croncels, Goldparmäne, Landsberger Renette, Boikenapfel, Gelber Bellefleur, Baumanns Renette.

Eigenschaften des Baumes: Er wächst in der Jugend stark, in der Baumschule aber nicht gerade, was seine Stammerziehung erschwert; seine Krone nimmt sehr bald eine breite, tischförmige Gestalt an, die Äste werden später hängend. Der Baum stellt an den Boden und Lage keine Ansprüche. Als Gebirgsobstbaum bewährt er sich besonders in den Voralpen und ist dort der empfehlenswerteste Apfelbaum für den Landmann. Für die Formobstzucht hat er keine Bedeutung. Seiner Kronenbildung wegen soll er nur als Hochstamm gezogen werden.

Schlechte Eigenschaften: Die Früchte werden gern vom Wind abgeworfen. Es gibt minderwertige Spielarten dieser Sorte.

Quelle: BUND Lemgo aus „Nach der Arbeit“ Gartenzeitschrift der Jahrgänge 1935 bis 1956

Weitere historische Sortenbeschreibungen:
Der Deutsche Pomologenverein 1889

Unsere besten Deutschen Obstsorten 1929

Handbuch der Obstkunde 1875

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